Station 3 – Multifunktionale Nutzung
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Station 3

Heute wird die französische Kirche für kultische und kulturelle Zwecke genutzt. Die Kippbänke werden je nachdem auf Kanzel oder Bühne ausgerichtet. Die Bühnenorgel gegenüber aus dem Jahr 1889 wurde erst 2025 in der Französischen Kirche eingebaut.
Bühnenorgel Kuhn

Aus dem Jahr 1889. Seit 2025 in der Französischen Kirche installiert.
Gemeinsame Nutzung

Von 1806 bis 1864 mussten die Reformierten ihre Kirche mit den Katholiken teilen. Man sieht hier den reformierten Abendmahlstisch (in der Mitte) und den katholischen Altar (im Hintergrund).
Auch anhören
JAN DISMAS ZELENKA - Missa omnium sanctorum: Gloria ZWV 21 (1741)
Jura Camerata, Leitung: Riccardo Bovino, Les Grands Concerts du Jubilé, 29. September 2023
FELIX MENDELSSOHN (1809-1847) - Aus der 2. Orgelsonate (1845) & Lied ohne Worte op.109 für Cello und Orgel (1868)
Jürg Brunner, Orgel, Matthias Walpen, Cello, Inauguration der Kuhn-Orgel, 25.01.2025
JOSEF GABRIEL RHEINBERGER (1839-1901) - Auszug aus Vision op.156 (Zwölf Charakterstücke für die Orgel, 1888)
Antonio García, Kuhn-Orgel, Einweihung der Kuhn-Orgel, 25.01.2025
LOUIS VIERNE (1870-1937) – Messe solennelle op. 16 für zwei Orgeln und Chor – „Kyrie” (1899)
Choeur de Chambre HEP (Lausanne), Antonio García & Vincent Thévenaz, Orgeln, Julien Laloux, Leitung – Einweihung der Kuhn-Orgel, 25.01.2025
BERNHARD EDUARD MÜLLER - Gebet für Horn & Orgel - op.65a (1905)
Christian Holenstein, Horn, Antonio García, Kuhn-Orgel, Einweihung der Kuhn-Orgel, 25.01.2025.
Nutzung durch die katholische Gemeinde
Die Nutzung der Französischen Kirche bzw. Predigerkirche durch die katholische Gemeinde lässt sich in drei Phasen unterteilen:
1799–1803: Mit der Annahme der Reformation von 1528 gab es in Bern nur noch die evangelische Konfession zwinglianischer Ausprägung. 1799 führte die helvetische Regierung den katholischen Gottesdienst in Bern wieder ein und stellte dafür das Erdgeschoss des vom Langhaus abgetrennten Chors der Predigerkirche zur Verfügung.
1804–1864: In der Mediation, anerkannte Bern als einzige Konfession erneut nur die reformierte, tolerierte aber in der Hauptstadt den katholischen Gottesdienst. Der reformierte Kirchenrat stellte für den Sonntagsgottesdienst den westlichen Teil der Predigerkirche zur Verfügung. Die gemeinsame Nutzung dauerte von 1804 bis 1864. Dann wurde mit St. Petrus und Paul die erste katholische Kirche im protestantischen Kantonsgebiet eingeweiht.
1875–1899: Doch 1875, im Kulturkampf, verbot die Bernische Regierung den römisch-katholischen Kultus. Die neue Kirche übertrug sie der staatlich anerkannten «altkatholischen» (später christ-katholischen) Kirche. Die romtreu geblieben Katholiken fanden für den Sonntagsgottesdient erneut Aufnahme in der Predigerkirche, wo sie wiederum den westlichen Teil zugeteilt erhielten. 1899 konnten sie dann die neu erbaute Dreifaltigkeitskirche beziehen.
Margrit Wick-Werder
Audio beendet
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